Energiesparguide
Bei einem Stromsparrechner steht nicht die Leistung im Vordergrund, sondern der Verbrauch. Also müssen wir ein Kompromiss zwischen Leistung und Verbrauch treffen. Während dieser Kompromiss vor wenigen Jahren nur mit Notebookprozessoren möglich war, ist der Verbrauch heutiger Prozessoren schon äußerst gering. Punkten kann vor allem AMD mit ihren Athlon X2 und Athlon 64-Prozessoren. Die Sempron LE-Reihe ist weniger leistungsstark, manche Erfahrungen spiegeln auch ein schlechteres Undervoltung wieder, dafür sind diese CPUs noch günstiger. Wer die Leistung nicht braucht, kann also auch zu den Semprons greifen.
Ob man zu einem ordinären Athlon X2 oder zu einem aus der „Energy Efficient“-Reihe greift ist weniger wichtig. Wichtig hingegen ist, dass es sich um eine in der 65nm Technik gefertigte CPU handelt. Man muss also auf den Codenamen der CPUs achten: bei den X2 heißt der Kern „Brisbane“, bei den Single-Core Athlons „Lima“ und bei den Semprons „Sparta“.
Eine kleine Übersicht über den Stromverbrauch im idle (ohne Auslastung) und Last: http://www.hardtecs4u.com/images/reviews/2007/amd_cpu_roundup2007/leistung_asus.png
(Die Angabe bezieht sich wirklich nur auf den Prozessor) Quelle: http://www.hardtecs4u.com/reviews/2007/amd_cpu_roundup2007/index27.php
Ein Vergleich zwischen den eines Athlon X2 BE-Systems und eines Standard Athlon X2s findet man hier:
http://www.hardtecs4u.com/reviews/2007/amd_be2xxx/
Preis-leistungs-technisch würde ich auf jedem Fall zu einem
Dualcore raten. Wenn man ab und an auch mal etwas anspruchsvollere Anwendungen
verwendet, sollte man am besten zu einem X2 ab 5000+ bzw. Athlon 4850e greifen.
Die Namenspolitik von AMD ist derzeit etwas
undurchsichtig, allerdings handelt es sich bei letzterem auch um ein
Dualcore. Wird weniger Leistung benötigt, sollte man zu einem Dualcore greifen,
der etwa auf der Höhe eines Athlon X2 4000+
liegt.
Derzeitige Intel Prozessoren sind für diesen Einsatzbereich nicht geeignet.
Das Mainboard hat auch keine allzu umfassende Ausstattung. Wichtig ist, dass es eine integrierte Grafik hat. Also sollte zu einem Mainboard mit AMD690g, AMD780g oder Nvidia Geforce 7050 greifen. Am zukunftssichersten ist mit Sicherheit der AMD780g. Er unterstützt bereits alle AM2+ Features. Die anderen hingegen nur die Standard AM2-Spezifikationen. Mit einem 780g steht dem späteren Aufrüsten auf einen Quadcore der Phenom-Serie nichts mehr im Wege, solange diese bis dahin auch in einer Energiesparenden Variante verfügbar sind ;)
Features wie 7.1-/5.1-Sound, Gbit-Lan, genügend SATA-Anschlüsse sind bei allen dieser Chipsätzen möglich. Die Kühlung der Chipsätze wird bei diesen Mainboards passiv (=lüfterlos) gelöst, was auf einen niedrigen Energieverbrauch deutet. Die Chipsätze sind ebenfalls gut zum Untertakten und Undervolten gut, dazu aber später mehr.
Der Verbrauch eines sparsamen Rechners, wie wir ihn hier aufbauen wird sich auf 35W verlaufen. Allerdings gibt es wenig gute Netzteile, die weniger als 300W leisten. Lediglich die PicoPSUs wären eine Lösung. Dabei handelt es sich um kleine Platinen, die mit 12 Volt gefüttert werden. Allerdings muss vorher erstmal die 230V Netzspannung auf 12V transformiert werden. Dennoch reicht der Wirkungsgrad bis zu 87%. Diese Netzteile kosten aber auch meist um die hundert Euro. 60€ mehr auszugeben, um wenige Watt zu sparen rentiert sich erst in mehreren Jahren. Folglich rate ich zu einem guten Markennetzteil, mein persönlicher Favorit sind die Netzteile der Firma Seasonic. Ich selbst benutze ein Seasonic bulk Netzteil. Bulk-Netzteile werden ohne hübsche Verpackung geliefert, die Kabel sind nicht so lang wie bei der normalen Version und das Netzteil sieht schlichter aus. Dafür muss man weniger ausgeben. Kaufen kann man diese Netzteile hier: http://www.sh-edv.eu/index.php?cPath=21_41
Man sollte darauf achten, dass es sich um ein Netzteil handelt, dass das 80+ Zertifikat besitzt, dieses besagt, dass das Netzteil bei einer Auslastung von 20%, 50% und 100% einen Wirkungsgrad von mindestens 80% haben muss. (Quelle: 80plus.org)
Andere empfehlenswerte Hersteller sind Bequiet, Corsair, Enermax, Silverstone,…
Wissenswertes über Netzteile: http://www.computerbase.de/forum/showthread.php?t=290348
Die Festplatten werden häufig vorne vor gelassen, wenn es um den Stromverbrauch eines Rechners geht. Sie spielen auch eine weniger große Rolle, trotzdem kann man auch hier sparen.
Braucht man weniger viel Speicherplatz, so lohnt sich eine Notebookfestplatte (2,5 Zoll). Diese sind heutzutage nur noch wenig leistungsschwächer als herkömmliche Festplatte, allerdings verbrauchen sie weniger Strom (lediglich ~2Watt statt bis zu 10W bei normalen), sind kühler und auch noch leiser. Ich selbst benutze ein 120GB 2,5“ Festplatte von Fujitsu.
Übersicht: Preis je GB bei herkömmlichen HDDs
http://geizhals.at/deutschland/?cat=hde7s&sort=r
Übersicht: Preis je GB bei 2,5“ Festplatten:
http://geizhals.at/deutschland/?cat=hd2s7&sort=r
SSDs (http://de.wikipedia.org/wiki/Solid_State_Drive) wären natürlich noch besser, allerdings ist der Preis noch jenseits von Gut und Böse.
Röhrenmonitor sind im Verhältnis zu LCDs, zumindest zu LCDs kleiner als 40 Zoll, die die wahren Energiefresser. Bei Zeiten werde ich noch eine Übersicht zum Verbrauch raussuchen. Vorerst sage ich hier aber: LCDs sind äußerst sparsam, werden aber in Zukunft von den noch sparsameren OLEDs abgelöst. Aber das dauert noch.
Konfiguration
Als Alternative zu Cool&Quiet empfehle ich RM Clock. Hiermit lassen sie die Spannungen festlegen, sodass nicht nur die Standard 1,1V im Leerlauf geschaltet werden, sondern man kann deutlich tiefer gehen.
Eine Anleitung findet sich hier:
http://www.planet3dnow.de/vbulletin/showthread.php?t=256334
bald geht’s weiter ;)